Mailfilter
- Sieve
- ist eine serverseitige Filterdefinitionssprache, die Sortierung eingehender E-Mails in Unterordner von Postfächern, Abwesenheitsbenachrichtigungen, Abweisung von Mails und vieles mehr unterstützt.
- ManageSieve
- ermöglicht die Konfiguration über Erweiterungen des Mailprogramms oder des Webmailers, so dass der Sieve-Filter ohne Kenntnisse der Sprache mit Hilfe benutzerfreundlicher Schnittstellen möglich ist.
Serverseitige Mailfilterung hat gegenüber der Mailfilterung im Mailprogramm den Vorteil, dass bei Nutzung mehrerer Endgeräte (PC, Notebook, Tablet, Smartphone, Webmail) die Konfiguration des Filters nur an einer Stelle erfolgen kann und einheitlich greift.
Einrichten von Sieve
Zunächst sollte eine .forward-Datei angelegt werden mit folgendem Inhalt:
"| /usr/lib/dovecot/deliver "
Besteht bereits eine .forward-Datei, die auf procmail verweist, so lesen Sie im Abschnitt Zusammenspiel mit Procmail weiter.
Sieve-Filter erstellen
Sieve-Filter können z.B. in ~/Maildir/sieve/roundcube.sieve abgespeichert werden.
Ein einfaches Sieve-Skript sieht dann z.B. so aus:
require ["fileinto"];
# rule:[Spam]
if anyof (header :is "X-Spam-Flag" "YES")
{
fileinto "INBOX.Junk";
}
Dieses Skript prüft ob in der Nachricht der Header X-Spam-Flag existiert mit dme Wert YES. In diesem Fall wird die Nachricht in den Ordner Junk innerhalb des Posteingangsordners verschoben.
Weitere Filter können direkt im Anschluss an diesen Filter in derselben Datei angegeben werden. Es ist auch möglich, mehrere Filter durch if-then-else zu verbinden. Weitere Filter finden Sie z.B. in
Zusammenspiel mit Procmail
Die Mailfilter Procmail und Sieve können nacheinander verwendet werden. Dies kann z.B. interessant sein, wenn zentral für alle Kunden über procmail spamassassin bereitgestellt wird und jeder Nutzer dann anschließend über die grafische Óberfläche eigene Filterregeln konfigurieren kann.
Hierzu wird in der .forward-Datei zunächst procmail angegeben:
$ cat .forward "|/usr/bin/procmail"
Als letzte Regel in der .procmailrc-Datei wird dann deliver aufgerufen, welches automatisch die aktiven Sieve-Regeln ausführt:
:0 w | /usr/lib/dovecot/deliver
Soll procmail``nicht mehr verwendet werden, kann ``deliver als einzige Angabe in der .forward-Datei angegeben werden:
$ cat .forward "| /usr/lib/dovecot/deliver "
ManageSieve
ManageSieve ist ein Dienst, der es erlaubt Filterdateien aus der Ferne über ein definiertes Protokoll zu verändern.
Webmailer
Unser Webmailer ist bereits entsprechend konfiguriert, sodass Sie einfach neue Regeln definieren können:

Folgende Filteraktionen sind damit u.a.möglich:
- Verschieben oder Kopieren einer Nachricht in einen anderen Ordner
- Erstellen von Abwesenheitsmeldungen
- Markieren von Nachrichten (z.B. Gelesen, Weitergeleitet etc.)
- Weiterleiten und Kopieren an andere E-Mail-Adressen
- Ablehnen von Nachrichten
Eine umfassende Übersicht finden Sie in Features.
Filterregeln werden verwendet um bestimmte Überprüfungen durchzuführen, z.B.
- ob die Mail einen bestimmte Absender hat
- ob ein bestimmter Text im Betreff oder im Inhalt der Mail vorkommt
- ob bestimmte Werte im Kopf einer Mail vorhanden sind und sich so z.B. eine Mailingliste über die sog. List-Id überprüfen lässt.
Dabei können teilweise reguläre Ausdrücke benutzt werden oder Aggregat-Funktionen wie z.B. Anzahl der Empfänger.
Thunderbird
Auch für E-Mail-Programme wie Thunderbird gibt es Erweiterungen, mit denen sich Filter editieren lassen: Sieve Thunderbird Add-on.

