Veit Schiele Communications

Veit Schiele Communications

Agiles Design

Styleguides und Musterbibliotheken sind wesentliche Werkzeuge um Web-Teams bei Multi-Device Websites zu unterstützen.
erstellt von Veit Schielezuletzt verändert: 19.03.2017 17:30 © Veit Schiele Communications GmbH, 2014–2017

Die Vorteile von Styleguides sind vielfältig:

  • sie schaffen eine gemeinsame Sprache
  • sie erleichtern das Testen
  • sie erstellen eine nützliche Referenz
  • sie erleichtern die weitere Entwicklung sowohl durch Änderungen als auch durch Ergänzungen.

Art und Umfang

Markenidentität

Brand Identity Guidelines definieren die Assets und Materialien, die ein Unternehmen einzigartig machen. Logos, Typografie, Farbpaletten, Mission Statements, Geschäftsausstattung und vieles mehr sind dort beschrieben. Die West Virginia University betreibt z.B. ein eigenes Brand Center.

Brand Center West Virginia University

Visuelle Sprache

Richtlinien für die visuelle Sprache artikulieren die allgemeine Design- Richtung, Philosophie und Herangehensweise an spezifische Designprojekte oder -produkte. Ein Beispiel hierfür ist Google’s Material Design

Material design

Sprachstil

Die Ansprache ist ein elementarer Aspekt einer Marke. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Voice & Tone-Website von MailChimp.

Voice & Tone

Ein weiteres Beispiel ist Writing for the Web des Web- Teams der Dalhousie University.

Musterbibliotheken

Musterbibliotheken, auch Front-End-Style Guides o.ä. genannt, werden immer wichtiger. Sie erleichtern Web- Designern den Überblick über die Vielzahl von Bildschirmgrößen, Geräten und Browsern zu behalten, konsistent zu bleiben, wiederverwendbare Komponenten zu erstellen und diese in allen Kombinationen testen zu können.

Wie anfangen?

Zunächst sollten bereits bestehende Gestaltungselemente inventarisiert werden. Hierzu gibt es eine Vielzahl von Beispielen und Werkzeugen, z.B. CSS Stats. Einen guten Überblick über verschiedene weitere Werkzeuge erhalten Sie auf styleguides.io.

Aspekte agilen Designs

interdisziplinär

Styleguides sollten nicht nur für eine Disziplin entwickelt werden sondern sowohl für Designer, Entwickler, Projektleiter und Kunden gleichermaßen nützlich sein.

Damit wird der Styleguide auch zu einem gemeinsamen Verständnis führen.

verständlich
Ein Styleguide sollte klar darstellen, worauf es ankommt. Dabei vermitteln allein weder Bilder die Gestaltungsregeln noch CSS-Anweisungen die visuelle Anmutung. Und beide zusammen reichen nicht aus um interaktive Erfahrungen zu beschreiben.
abstrakt
Um ein Design-System zu entwickeln, sollte nicht nur das für eine bestimmte Anforderung erforderliche Design betrachtet werden, sondern auch, in welchen anderen Fällen diese Designelemente verwendet werden dürfen. Auch die Namensgebung für ein solches Element sollte unabhängig von der speziellen Anforderung gewählt werden. So sollte z.B. nicht product-banner sondern nur banner verwendet werden wenn das Designelement auch auf Seiten vorkommen kann, in denen keine Produkte vorgestellt werden. Dies erleichtert dann den Überblick über die gesamten Stilanweisungen und damit auch die Wartung und Pflege des Styleguide.
kontextuell

Viele Muster-Bibliotheken vermitteln nicht, in welchem Kontext die Gestatlungselemente verwendet werden sollen. So können z.B. horizontale Reiter auf vielen Ausgabegeräten ein sinnvolles Gestaltungselement sein; auf Smartphones etc. werden sie jedoch meist die Bedienbarkeit erschweren.

Pattern Lab ist gut geeignet um zu zeigen, in welchem Kontext welche Elemente Anwendung finden sollen, siehe z.B. in Pattern Lab - templates-blog:

Pattern Lab - templates-blog

wartbar

Ein Styleguide sollte immer synchron mit der Produktionsumgebung sein. Dabei ist es zwar einfach, CSS, JS und Fonts von einem Ort zum anderen zu verschieben, das erforderliche Markup ist jedoch viel schwieriger zu erhalten. Einen guten Überblick über die Integration eines Styleguides in eine Produktionsumgebung erhalten Sie in Ian Feathers Artikel über die Erstellung eines Styleguides für Lonely Planet:

Lonely planet

Diese Lösung ist jedoch nicht unmittelbar auf andere Web-Anwendungen übertragbar, gibt jedoch einen guten Überblick über die Aufgabenstellung. Besser nutzbar ist der Pattern Lab Component Builder, der die Erstellung einzelner Komponenten für den Styleguide erleichtert. Und die nächste Version von Pattern Lab soll dann die Verwendung beliebiger Template-Engines erlauben und damit wird auch das Markup der Templates aus der Produktionsumgebung einfacher in den Styleguide übertragen werden können.

integriert
Der Styleguide muss integraler Bestandteil des Designprozesses sein damit er auch weiterhin ein nützliches Kommunikationsmittel bleibt. Gelingt dies nicht, greift kaum eine der Vorteile eines Styleguides.
öffentlich

Ein Styleguide sollte öffentlich verfügbar sein, nicht nur damit er möglichst einfach für die Mitarbeiter Ihres Unternehmens zugänglich ist, sondern auch, um Dienstleister und Partner auf dem Laufenden zu halten. Insbesondere kann damit das Problem umgangen werden, dass die linke Hand eines Unternehmens nicht weiß, was die rechte tut.

Starbucks style guide

wachsend
Auch wenn fast jeder Styleguide mit einem überschaubaren Set von Elementen beginnt, so wird er doch wachsen wenn er in die Arbeitsprozesse integriert wird. Er wird nicht nur um andere Sinne wie Haptik, Akkustik etc. erweitert werden, sondern auch um neue Technologien.
nachhaltig
Ein Styleguide ist stetig weiterzuentwickeln damit Brüche in der visuellen Kommunikation ausbleiben. Dabei wird sich der Styleguide zwar permanent den sich ändernden Anforderungen anpassen müssen, ein vollständiges Redesign sollte jedoch nicht mehr notwendig werden.

Nächste Schritte

Benötigen Sie einen aktuellen Styleguide? Oder wollen Sie an einem Workshop teilnehmen? Dann setzen Sie sich einfach mit uns über das Kontaktformular in Verbindung.